Gespräche in der türkischen Botschaft
bildunterschrift
Endlich bekamen wir auf die heiße Frage über den EU-Beitritt der Türkei informative Auskunft. Die Antworten hierzu waren zu vielseitig um sie hier aufzuführen. Herr Çelik glaubte, dass allein die Diskussion über einen möglichen EU-Beitritt grundlegende gesellschaftliche, ökonomische, wirtschaftliche Veränderungen in Gang setze und der Beitritt an sich zweitrangig werde. Er betonte jedoch immer wieder, dass die Türkei als ein Vielvölkerstaat seit jeher eine europäische Ausrichtung besitze. Desweiteren wurden viele weitere Begrifflichkeiten thematisiert. " Warum darf ich nicht sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzen?" "Es gibt griechische und italienische Schulen, warum bislag keine türkischen?" "Muss ich meinen Zivildienst ableisten, obwohl ich nicht in der Türkei lebe?" "Warum darf ich als türkischer hier lebender Staatsbürger weder in der Türkei noch hier in Deutschland wählen?" Keine einfachen Fragen, aber durchaus interessante.
Er betonte immer wieder, dass die Beherrschung der türkischen Sprache angesichts der zukünftigen gesellschaftlichen Anforderungen an Bedeutung gewinnen werde. Für die deutsch-türkische Völkerverständigung bedarf es MultiplikatorInnen mit Migrationshintergrund. Auch solle man eine Integration und keine Assimilation, was durch einen Verlust der nationalen Identität gekennzeichnet ist, anstreben. Doch im Regelfall finden die hiesigen türkischen jugendichen MigrantInnen ohne Hilfestellung sehr selten ihre kulturelle Identität.
Bei jedem von uns ging während des Gesprächs, vielleicht an unterschiedlichen Stellen, das eine oder andere Licht auf.
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