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Startseite » TÜR-KEY Camp 2006 Ablauf » Berlin - Donnerstag 01.06.2006

Gespräche in der türkischen Botschaft

bildunterschrift

Nun war es soweit, wir standen nach einigen Irrfahrten durch die Berliner Seitenstraßen vor der Türkischen Botschaft. Die erste Hürde, die es zu überwinden galt, war bürokratischer Natur. Unsere Personalausweise wurden mit der Teilnehmerliste, die Sibel bereits vor Wochen dort eingereicht hatte, verglichen. Nach dem Bodycheck auf gefährliche Gegenstände hin durften wir dann endlich im Konferenzraum des ersten Stockes Platz nehmen. An der Wand hing über einer kleinen Türkeiflagge ein Gemälde vom Vater der Türken, dem Begründer der modernen Türkei, dem ersten Staatspräsidenten: Mustafa Kemal Atatürk. In der Türkei gilt er heute als Symbol der modernen und unabhängigen Türkei.

Der dortige PR-Manager Herr Mustafa Çelik hieß uns ganz herzlich willkommen und wies uns darauf hin, dass während der Gesprächsrunde nicht gefilmt werden durfte. Das enttäuschte uns natürlich sehr, da wir zur Dokumentation unseres Projektes alle Veranstaltungen verewigen wollten.

Herr Çelik war verglichen mit seinen Kollegen früh in die diplomatische Laufbahn eingestiegen, er ging auf eine deutsche Schule in Istanbul und schloß sein Studium in England ab. Seit knapp vier Jahren ist er nun beruflich in Berlin tätig und wird schon bald nach Istanbul zuückkehren. Angesichts seiner Sprachkenntnisse fiel es uns nicht schwer uns auf die Tagungssprache zu einigen, beeindruckt von seinem Hochtürkisch, wollten wir einstimmig die Gesprächsrunde auf Türkisch führen (an einigen Stellen erklärte er bestimmte Sachverhalte auf Deutsch um allen gerecht zu werden). Nachdem er sich uns vorgestellt hatte, bat er nun uns, uns vorzustellen.

Ganz aufgeregt einen Türkeiexperten vor sich sitzen zu haben und endlich all die angesammelten Fragen an eine fachkundige Person zu richten, gingen gleich am Anfang auffällig viele Hände in die Höhe. Das Wissen, das wir über die Türkei besaßen basierte auf dem nicht ausreichenden Unterrichtsgehalt der türkischen Schule, die man für 1 ½ Stunden wöchentlich besuchte. Aufgrund von mangelnden Dienstzeiten der Lehrkraft wurden mehrere Klassenstufen auf Kosten der Unterrichtsqualität zusammengelegt und das resultierte zum Bedauern der SchülerInnen in großen Klassen. Mit dem erworbenen Wissen aus der türkischen Schule kam man überhaupt nicht weit. Im deutschen Schulunterricht thematisierte man außer vielleicht im Ethikunterricht keine türkeispezifischen Inhalte. So blieb einem nichts Anderes übrig, sich eigenständig bzw. mit der Hilfestellung der Eltern über das Ursprungsland zu informieren.

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