Çıvılpark – Jugend- und Sozialarbeit in Berlin
bildunterschrift
Gespräche mit den dortigen Jugendlichen zeigten bestimmte Gemeinsamkeiten auf, die uns zum Nachdenken anregten. Da wir von deren Schicksalen nicht direkt betroffenen waren, hatten wir die Möglichkeiten die Entgleisungen in ihrem Leben mit einem Abstand zu betrachten und aus deren Erzählungen die eine oder andere Anekdote zu entnehmen. Die Mehrheit unter ihnen war arbeitslos, sie hatten schon vor langer Zeit ihre Hoffnung sich eine Zukunft aufzubauen aufgegeben. Nach vergeblichen Versuchen eine Ausbildungsstelle zu finden, hingen
sie nun mal hier und da rum. Abhängig vom Namen der Schule, an der sie ihren Abschluß gemacht haben, verringert sich die Chance eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Diese Jugendlichen blickten orientierungslos und vor allem erwartungslos in die Zukunft. Und genau das war das Erschreckende: sie hatten keine Erwartungen an sich selbst und auch keine an ihre Zukunft gestellt, von der sie sich nichts erhofften, sie konnten auch nichts mit dem für sie so abstrakten Begriff Politik anfangen. An dieser Stelle fragten wir uns wie solch ein Desinteresse innerhalb dieser Schicht zustande kam. Es ist besorgniserregend sich auszumalen wie diese enttäuschten Jugendlichen, von denen der ein oder andere sicherlich ein unentdecktes Talent birgt, eines Tages Eltern werden und selber Kinder aufziehen sollen.
Mit vielen gemischten Gefühlen verließen wir das Jugendhaus und liefen nun durch die Straßen Kreuzbergs mit einem veränderten Blickwinkel. Die Busfahrt nach Hause sollte dem Denkanstoß, der unvermeidbar eingesetzt hatte, Zeit zur Verarbeitung geben.
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