Çıvılpark – Jugend- und Sozialarbeit in Berlin
bildunterschrift
Am Freitagnachmittag teilten sich die TeilnehmerInnen in etwa zwei gleich große Gruppen. Während eine Gruppe sich für eine Sightseeingtour durch die Hauptstadt mit Tourguide entschied, machte sich die andere Gruppe auf den Weg, das Kinder-, Jugend-, Kulturzentrum Çivilpark mitten in Kreuzberg näher zu erkunden.
Auf dem Weg zum Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum ließen wir uns durch den einmaligen Charme Kreuzbergs inspirieren. Wir entschieden uns bewusst für Kreuzberg, weil wir dem Klischeebild von "Klein-Türkei" auf den Grund gehen wollten. Die Straßen waren mit netten Cafes, ausländischen Gemüse- und Obstläden, Piercingstores, Hanfhäusern und vielem anderen übersät. Dieser kleine Stadtteil, der in aller Munde ist, wenn es um Ausländerdebatten in der Bundesrepublik geht, zeigte sich uns von seiner sympathischen Seite. In der Luft lag ein multikultureller Duft, der Nähe und Ferne gleichzeitig vermittelte.
Dort angekommen widmeten wir uns der Frage nach der Jugend- und Sozialarbeit in einem Stadtteil, der eines der höchsten Ausländeranteile der Republik besitzt. Dieses Jugendhaus war in seiner Lage einzigartig schön, so dass wir uns insgeheim solch ein schönes auch für Murrhradt wünschten. Der beeindruckende Altbau stellte eine Mischung aus deutscher Geschichte und moderner Jugendkultur dar. Am gleichen Tag kam ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die "Verunglimpfung der deutschen Großstädte durch die Graffitizeichnungen an Häusern, Bahnhöfen.". Nach dem Zeitungsartikel war Graffiti als ein Medium der jungen Generation zu verstehen, die auf der Suche nach ihrer Identität sich auszudrücken versuchen; dabei sollte man auch beachten, dass es sich hierbei durchaus um kostspielige Kunstwerke handelt, da so eine Sprühdose um die 10 € kostet. Nun das Çıvılpark besaß unzählige Meisterwerke dieser Art. In einer gemütlichen Gesprächsrunde im Foyer des Jugendhauses unterhielten wir uns über die spezifischen Probleme der Jugendlichen, von denen knapp die Hälfte einen Migrationshintergrund besaß.
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