Die Anfänge der deutsch – türkischen Beziehung und das Gastarbeiterphänomen
Birgül, Geschäftsführerin der AVM und im Betreuerteam leistet Ertugrul (re) Hilfestellung in der Beantwortung der Fragen zu Herkunft, Nationalität, Vorfahren uvm...
Am langen Workshop-Working-Day nahmen wir als Abschlußveranstaltung am Workshop zu den "Anfängen der deutsch-türkischen Beziehung" teil. Im Stuhlkreis versammelt wurden wir durch die Aufgabenstellung, unseren Stammbaum zu zeichnen, zum Nachdenken über die eigenen Wurzeln angeregt. Durch unsere Beiträge kristallisierten sich bestimmte Gemeinsamkeiten heraus, so besaß ein beachtlicher Teil der Gruppe landwirtschaftliche ArbeiterInnen als Vorfahren. Ein geringer Anteil der Gruppe stammte ursprünglich aus bürgerlichen Familien, die in den Siebziger Jahren die Türkei aufgrund der politischen Unruhen verließen.
Unsere Geschichte schien die der Zuwanderung zu sein; zugewandert waren wir alle, doch was wir daraus gemacht haben, variierte. Die Mehrheit der ersten Generation, laut Statistiken insgesamt 80000 ausländische Gastarbeiter, kamen im Jahre 1950 aufgrund eines vorherrschenden Arbeitskräftemangels nach Deutschland. Das Anwerben von ausländischen Arbeitskräften sollte also bis zum "Anwerbestopp" gegen Ende der Siebziger Jahre weiter andauern. Die Gastarbeiter waren keine vorübergehenden Gäste mehr sondern entschieden sich, ohne ihren Gastgeber zu fragen, sich hier niederzulassen. Im Workshopverlauf versuchten wir nachzuvollziehen, was wir an der Stelle der Regierung angesichts dieser gesellschaftlichen Herausforderung unter-nommen hätten. Puh, einfach war es nicht, aber eins steht fest, wir hätten früher gehandelt.
Das Phänomen des "Gastarbeiters" trat immer unmittelbar in Zusammenhang mit der Geschichte der zugewanderten ausländischen Gruppen auf. Von daher wurde eine äußerst wichtige Thematik im Workshop behandelt. Zwar war uns dieses Phänomen ein Begriff, aber bislang hatten wir es nie reflektiert.
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